Landwirtschaft - Bahrenhof-city

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Landwirtschaft

18. November.20018
Protokoll vom Gesprächstreffen über die Landwirtschaft gestern und heute und um uns herum:
Zeit genommen hatten sich 22 Bewohner aus den umliegenden Dörfern.
Bericht über den Stand der Landwirtschaft bis in die 1950er Jahre:
3-Felderwirtschaft – Weidewirtschaft - Tierwirschaft
überwiegend menschliche manuelle Arbeit, Familienbetriebe

ca. ab den 50er Jahren Beginn der „Industrialisierung“ durch vermehrten Einsatz von Maschinen (dadurch aber auch Abbau von Arbeitsplätzen)
Technisierung in der Schweinemast
Erträgszuwächse durch Herbizide, Pestizide, Düngung, Pflanzen- und Tierzucht

ab den 80er Jahren Orientierung hin zu mehr Export

nach der Wende in den 90er Jahren vermehrt Konkurrenz durch die großen Ackerflächen der LPGs/Kolchosen, größere Maschinen

Bericht über einen noch klassischen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchwirtschaft:
von 1983 bis 2013 wurde der Milchpreis stabil gehalten (Milchquote, um die Entwicklung der Bestände politisch zu steuern)
danach trotz aller Schwierigkeiten unter hohem persönlichen Einsatz aller Familienmitglieder kann der Betrieb bestehen. 2018 bedingt durch die Auswirkungen der Wetterkapriolen (Klimawandel!) an die Grenzen gestoßen. Sieht für Bio-LaWi nur eine Chance über Selbstvermarktung (siehe französisches Modell: selbstvermarktete Produkte zu 70 % steuerfrei) > Anreize schaffen

Heute:
Dosierung der eingesetzten Zusatzstoffe wesentlich gezielter statt viel hilft viel, aber Dokumentation erfordert hohen Zeiteinsatz
Es wird produziert, was der Markt fordert: Alle Äpfel sehen gleich aus …
Augenmerk der Verbraucher auf Qualität statt Aussehen lenken (Inhaltsstoffe sind entscheidender als „Strahleware“)
Weniger ist mehr: kein Billigfleisch

Morgen:
Welche Höfe wird es in wenigen Jahren bei uns in der Region überhaupt noch geben?
Welche Fragestellungen wollen wir in weiteren Treffen vertiefen?
Stellt Deutschland seine Landwirtschaft langfristig ein und orientiert sich zu einer reinen Industrienation? Damit abhängig von Importen ...
Welche Orientierung fördert die EU durch Subventionen?
Großflächen kontra Familienbetriebe?
Nachhaltigkeit kontra Wachstum?
Wie gehen wir mit dem Eintrag von Schadstoffen ins Grundwasser um? u.a. Nitrat, Glyphosat, Phosphat
Was bewirken Herbizide und Pestizide (langfristig)?
Verarmung der Pflanzen- und Tiervielfalt ...
Klimawandel: Wie reagieren wir auf Extremwetterlagen
Was bewirkt/bedeutet die Versiegelung und Bebauung von immer mehr Flächen?
Wer kennt noch die Grundnahrungsmittel?
Vermehrt werden verarbeitete Produkte angeboten.
Regional und saisonal einkaufen
Als nächstes wollen wir den Film „Taste the waste“ zeigen
und im Frühjahr den oben erwähnten Hof besichtigen (danke für das Angebot!)

f.d.R.
Susanne
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